Freitag, 25. Juli 2014

The "Basics" of Monastic History Not Always so Basic

In a recent paper, Fr. Columba Stewart OSB (Collegeville) points to several "basic" assumptions in the grand early narrative of Benedictine history in the first millennium that may need to be examined more closely. Do the origins of monasticism really lie with Antony in Egypt? Can we confidently continue to uphold the polarity between city and desert, so often repeated as a classical feature in the story of monastic development? And: Are we sure that the Rule of St. Benedict was used by Gregory at his monastery in Rome before his election as Pope and given by him to the missionaries sent to England at the end of the sixth century? Was it not first the Carolingian period that brought about the exaltation of the Rule? These questions are not meant to question the depth or legitimacy of the Rule. On the contrary, its survival and distribution throughout the centuries are proof of its wisdom: "succisa virescit" (when cut down, it grows back stronger).

Montag, 21. Juli 2014

Klosterbräuche, Kochrezepte, Habitschnittmuster, Neujahrsgeschenke...

Johannes Waldschütz hat auf dem Blog Ordensgeschichte über Edmund Warehams Dissertationsprojekt Spiritualität und Alltag. Eine Geschichte des Zisterzienserinnenklosters Günterstal im 15. und 16. Jahrhundert berichtet. Dabei geht es vor allem um eine Quelle: Das Notizenbuch der Messnerin. Diese Quelle berichtet über gerade die Dinge im klösterlichen Alltag der Frühen Neuzeit, die sonst schwer zu finden sind: Klosterbräuche außerhalb der Liturgie, Hauswirtschaft, Kochrezepte, Schnittmuster, eine Almosenordnung und sogar Neujahrsgeschenke. Ein vielversprechendes Projekt!

Freitag, 18. Juli 2014

Meisterhafter Literatur- und Forschungsbericht

Elke Goez hat in ihrem hervorragenden Vortrag den Stand der Cistercienserforschung (Stand 2012) meisterhaft dargestellt. Der 10-seitige Text ist unerlässliche Lektüre für jede Vertiefung in Cistercienserstudien. Die Mitarbeiterin der Monumenta Germaniae Historica habilitierte sich über Schriftlichkeit bei den Cisterciensern des Mittelalters; aus dieser Erfahrung kommend überblickt sie die jüngste deutsch- und englischsprachige Literatur mit beachtlicher Souveränität.
Ihre Anregungen zu weiterer Forschung gehen auf jüngste Arbeiten ein, die unkonventionelle Themen wie das Zusammenleben der Generationen im Kloster, Konflikte und deren Bewältigung 
bzw. Eskalation behandeln. Ebenso streift sie die inzwischen etablierte Erforschung von Nonnen, Kanonissen, geistlichen Frauen oder Beginen, die die Cistercienserinnenstudien tangiert. Die Bedeutung der Frauenklöster durch ihre wirtschaftliche, kulturelle und politische Tätigkeit wird immer mehr zur Grunderkenntnis der Cistercienserforschung, auch wenn noch viel zu erarbeiten ist. 
Goez macht auf den besonders lückenhaften Stand der Forschung zum Thema Stadt und Cistercienserkonvent aufmerksam. Als schmerzliches Manko empfindet sie die geringfügige editorische Aufarbeitung des administrativen Schriftguts des Ordens (etwa Urbare, Zinsbücher, Visitationsprotokolle und Rechnungsbücher). Die wirtschaftliche Bedeutung des Ordens ist seit langem bekannt und in zahlreichen Studien ausführlich erforscht, aber der Umgang des Ordens mit Geld und seine Rolle im Kreditwesen bleiben Tabu. Das war u.a. der Anlass dafür, dass EUCist 09 (Reinbeck/Schleswig-Holstein) im März 2015 dem Thema Wirtschaft gewidmet sein wird. 
Mit besonderer Freude stellte die Redaktion von EUCist News fest, dass Goez ihre Tour d’Horizon mit der Erwähnung des EUCist als Forschungszentrum in Heiligenkreuz beendet, und unserem relativ jungen Institut das letzte Wort lässt. Danke! 

Dienstag, 27. Mai 2014

New Theories on Cistercian Architecture from Cambridge Historian

Maximilian Sternberg's new book on Cistercian Architecture and Medieval Society (2013) is one of the most refreshing and unconventional scholarly approaches to Cistercian aesthetics to have appeared in recent years. Combined with profound knowledge of the secondary literature, he analyzes the networks around medieval monasteries and their negotiations between religiously motivated introspection "on the inside" and quotidian relations with lay people and non-monastic institutions "on the outside", showing that these two fields are not so easy to separate.
The first refreshing novelty is that Sternberg opens his argument by pointing to the dialogue between Cistercian architecture and Le Corbusier's modernism. This postwar phenomenon reached a relatively wide audience through Lucien Hervé's stunning book of photographs on Le Thoronet in 1956. Although the author is aware of the fascination and privileged aesthetic position of the Orders's architecture, he seeks to look deeper than the "contemplative and world-renouncing" values associated with this aesthetic. He argues "that such modern fascination has done as much to obscure as to valorise [Cistercian architecture's] original meaning and functions."
The unexpected conclusions are that among others, troubadours, laypeople, and Parisian university teachers all had, in differing and nuanced ways, their influence on Cistercian architecture. He makes his points by analyzing (for example) narthex, choir screen and gate house and thereby shows how permeable some of these boundaries were. In another chapter, he explains why the Collège des Bernardins is so important in redefining Cistercian identity for the 13th Century.
An excellent bibliography and qualitative binding make this book a valuable addition to any Cistercian library.

Montag, 26. Mai 2014

Neue Bibliographie zur Regel im Netz!

Sr. Aquinata Böckmann OSB, emeritierte Professorin an der Benediktinerhochschule St. Anselmo in Rom hat eine äußerst wertvolle Bibliographie zur Regel des hl. Benedikt verfasst und ins Netz gestellt. Die Netpräsenz bietet eine breite Auswahl zur theologischen Thematik der RB, z.B. „Christus in der RB“ oder „Die monastische Arbeit“. Man kann nach Regelabschnitten oder Schlagwörtern suchen; darüber hinaus gibt es Themengruppierungen wie „Politik“ oder „Sprachlicher Stil“. Literatur aus allen großen europäischen Sprachgruppen ist darin verzeichnet.

Montag, 28. April 2014

Skelette in Mönchsgruft aufgestellt wie im Klassenzimmer

Am 13. Mai präsentiert Dr. Christoph Brandhuber, Leiter des Universitätsarchivs Salzburg abends in der Aula der Universitätsbibliothek Salzburg sein neues Buch „Gymnasium Mortis“. Das reich bebilderte Buch beschäftigt sich mit der merkwürdigen Gruft unter dem Sacellum der Universität Salzburg. Dort wurden im 17. und 18. Jh. zwölf Personen bestattet, und zwar sitzend, in der Aufstellung von Schülern in einem Klassenzimmer. Sie waren alle Professoren an der Benediktineruniversität Salzburg, die meisten von ihnen Mönche. Wie kam es zu dieser heute so befremdlich anmutenden Bestattungsweise? Gab es andere Grüfte von dieser Art? Wer waren die Mönche, deren Skelette heute noch in der Gruft liegen? Mehr Infos hier.

Freitag, 11. April 2014

Katharina von Bora - Die Lutherin ... eine Cistercienserin?

In einem jüngst erschienen Beitrag geht P. Alkuin Schachenmayr den verschiedenen Idealdarstellungen der Katharina von Bora nach. Sie wurde in der Geschichte als erste Pfarrersfrau verehrt, als entlaufene Nonne verachtet, als emanzipierte Frau gewürdigt. So abwechslungsreich diese Darstellungen sind, so geht in der protestantischen "Bora-Hagiographie" ein ordensgeschichtlicher Aspekt verloren, nämlich der Vergleich von Boras Leben im Kloster mit dem Leben anderer Cistercienserinnen zu ihrer Zeit und in ihrem Raum. Jüngere Forschung über Cistercienserinnen schaut auf einen  unerwarteten Freiraum für die Frauen hinter Klostermauern: Es kommen Nonnenexistenzen ans Licht, die mit verantwortungsvollen Verwaltungsaufgaben betraut und die an einem regen geistlichen Leben beteiligt waren .... oder auch nicht. Über Boras Klosterjahre wissen wir nur wenig, aber ob der Sprung aus der Klausur für sie wirklich ein Gewinn an Selbstverwirklichung war, steht zur Debatte. In aller Ehrlichkeit hielt sie rückblickend am Pfingstfest 1540 (da war sie schon 15 Jahre verheiratet und hatte sechs Kinder) fest: Im Kloster habe sie mehr gebetet als seither. Weiter lesen in: Alkuin Volker Schachenmayr, Katharina von Bora. Eine Zisterzienserin als Luthers Ehefrau, in: Fiat voluntas tua. Theologe und Historiker – Priester und Professor. Festschrift zum 65. Geburtstag von Harm Klueting, hg. von Reimund Haas (Münster 2014) 223-238.