Mittwoch, 18. Februar 2015

Tagung: Die Wirtschaft der Cistercienser im Mittelalter

Die wirtschaftliche Tätigkeit der mittelalterlichen Cistercienser steht von Donnerstag 5. bis Samstag 7. März im Mittelpunkt der EUCist 9 Tagung im holsteinischen Bildungszentrum Reinfeld. Nach einer allgemeinen Einführung von Werner Rösener am Donnerstagabend behandelt das Tagesprogramm am Freitag die Probleme, denen sich die Cistercienser im 12. und 13. Jahrhundert in wirtschaftlicher Hinsicht gegenübersahen und die Maßnahmen, mit denen sie darauf reagierten. Die samstäglichen Vorträge konzentrieren sich auf die Beziehungen und Wirtschaftskontakte der Cistercienser zu den Städten. Die Thematiken werden jeweils durch lokalgeschichtliche Beispiele der Klöster Preetz, Reinfeld und Loccum veranschaulicht. Weiters stehen ein Besuch des Heimatmuseums und der Kirche in Reinfeld und eine Stadtführung in Lübeck auf dem Programm. Der Tagungsablauf im Detail:

Donnerstag 5. März 2015

19:00 Uhr Werner Rösener: Die Cistercienser und die Wirtschaft
Öffentlicher Vortrag im evangelischen Gemeindehaus in Reinfeld

Freitag 5. März 2015

07:00 Uhr Zarpener Kirche
Eucharistiefeier in lateinischer Sprache

09:00 Uhr P. Alkuin Schachenmayr OCist: Thematische Hinführung

09:0 Uhr Jörg Oberste:
Klostermanagement in der Waldeinsamkeit – Wirtschaftliche Probleme und Reformen im Cistercienserorden des 12./13. Jahrhunderts

11:00 Uhr Katja Hillebrand und Oliver Auge:
Vorstellung des Schleswig-Holsteinischen Klosterbuchs

14:00 Uhr Johannes Rosenplänter:
Herausforderung Klosterwirtschaft. Das Beispiel des Nonnenklosters Preetz

15:30 Uhr Besuch von Heimatmuseum und Kirche in Reinfeld

19:00 Uhr Pontifikalvesper in der Zarpener Kirche mit Landesbischof em. und Abt zu Loccum Horst Hirschler und em. Abt von Heiligenkreuz Gregor Henckel Donnersmarck

Samstag, 7. März 2015

09:00 Uhr Peter Johanek:
Die Cistercienser und die Städte

10:00 Uhr Martin J. Schröter:
Stadt und Land – Kontakte und Wirtschaftsbeziehungen der Cistercienser aus Reinfeld

11:00 Uhr Simon Sosnitza:
Loccums Wirtschaftskontakte

12:00 Uhr Abschließendes Kolloquium

15:00 Uhr Öffentliche Stadtführung durch Lübeck mit Herrn Jens-Christian Holst

Die Anmeldung erfolgt bei Oberstudienrat Christoph Flucke unter folgenden Kontaktdaten:
Haempten 4
21031 Hamburg
familie.flucke@web.de
040 / 73 88 122

Freitag, 6. Februar 2015

Analecta Cisterciensia 64 (2014) erschienen!

Ein Schwerpunkt der Analecta liegt heuer auf dem Ordensgewand. Die ersten fünf Beiträge sind Frucht einer Tagung des Europainstituts für Cistercienserforschung mit dem Titel Das monastische Gewand, die 2013 im Stift Heiligenkreuz stattgefunden hat. Weiters steht die belgische Prophetin und Anachoretin Yvette von Huy aus dem 13. Jahrhundert im Mittelpunkt. Ihre Vita ist in den Analecta abgedruckt. Hinzu kommen interessante Einzelbeiträge, Tagungsberichte, Nachrufe und Buchbesprechungen.

Abt Dr. Maximilian Heim, Vorwort zum Tagungsband "Das monastische Gewand", in: ACi 64 (2014) 3-4.
Christian Malzer, Gewandung als Indikator der Vernetzung. Das Fallbeispiel des Klosters Waldsassen im späten Mittelalter, in: ACi 64 (2014) 5-35.
Bernard Berthod, Prälatenkleidung der Cistercienser (15.-20. Jh.), in: ACi 64 (2014) 36-58.
Barbara Trosse, Äußeres Zeichen inneren Wandels. Das Ablegen des Habits im Kontext der Reformation am Beispiel des Cistercienserklosters Altzelle, in: ACi 64 (2014) 69-87.
Michael Ernst, "Ihr alle, die ihr auf Christus getauft wurdet, habt Christus angezogen" (Gal 3,27). Beispiele zur Gewandsymbolik der Hl. Schrift, in: ACi 64 (2014) 88-114.
Paul Verdeyen SJ, Introduire Juette (1158-1228), in: ACi 64 (2014) 115-136.
Hugo Floreffensis, Vita Ivettae de Hoyo - Vie de Juette de Huy, in: ACi 64 (2014) 136-313.
Werner Rösener, Grangien und Innovationen des Cistercienserklosters Walkenried im Hochmittelalter, in: ACi 64 (2014) 314-334.
Roch Kereszty, ed., Three Pastoral Letters of Abbot Wendelin Endrédy (1895-1981), in in: ACi 64 (2014) 335-363.

Miszellen
Johannes Lackner, Ein Nationalsozialist und der Trappistenorden. Eugen Rugels Polemik "Ein Trappist bricht sein Schweigen" (1938) aus heutiger Sicht, in: ACi 64 (2014) 364-369.
Tagungsberichte, in: ACi 64 (2014) 370-383.
Recensiones, in: ACi 64 (2014) 384-423.
Nachruf auf P. Ludwig Friedrich Keplinger O.Cist. (1936-2013), in: ACi 64 (2014) 424-425.

Donnerstag, 29. Januar 2015

Tagung: Der monastische Beitrag zur europäischen Kunst

Eine internationale Fachtagung in der Cistercienserabtei Stična wird am 14. April 2015 den Einfluss der monastischen Orden auf die europäische Kunst und Kultur beleuchten. Sie findet im Rahmen des Projekts RISECI statt, das sich mit dem Beitrag der Religion zur kulturellen Identität Europas beschäftigt. Themen, die behandelt werden, sind unter anderem die Rolle der Benediktsregel und der Cistercienserklöster in der europäischen Kunstgeschichte. Kunsthistoriker, Historiker, Theologen, Architekten und andere Experten werden referieren. Die Vortragssprachen sind Englisch und Slowenisch, wobei eine englische Simultanübersetzung angeboten wird.
Weitere Infos: Nataša Polajnar Frelih, +386 1 78 77 863, natasa.polajnar@guest.arnes.si

Sonntag, 25. Januar 2015

Pope honors Cistercian Martyrs in Spanish Civil War

Pope Francis announced on January 22, 2015 that when the Servants of God Pio Heredia Zubia and seventeen companions were murdered in Spain in 1936, they died as martyrs. That is, their blood was shed as a result of "hatred of the faith" in the course of the Spanish Civil War. They are only a few of the total of 6,832 clerical victims known to have been killed from 1936 to 1939. 13 bishops, 4,172 diocesan priests and seminarians, 2,364 monks and friars and 283 nuns were murdered, in some cases as they were celebrating Mass or, in the case of the nuns, after being raped.
The Trappist monks recognized by the Holy Father were from Viaceli Abbey (Cantabria) and the nuns from the Abbey Santa Maria de Gratia Dei (Valencia). The women's convent lost two abbesses to the bloodshed: Abbess Michaela Maldovi and Abess Navidad Medes were shot. Some of the monks from Viaceli Abbey were remarkably young, several of them were in their early 20s.
In all, three groups of Trappists wer martyred during the 20th Century: 19 during the Spanish Civil War, 35 in China in 1947, and 7 in Algeria.
The Spanish martyrs are an example of certain "blind spots" that become evident when using the web for monastic resources: only very few sites have substantial information about them. The best one is here (in Spanish).

Mittwoch, 14. Januar 2015

Neue Dissertation aus Gießen zum Exordium Magnum

historikerverband.de meldet Folgendes über Holger Sturms soeben eingereichte Dissertation: „Ursprünge und Entwicklung des Zisterzienserordens aus der Sicht des Konrad von Eberbach in seinem Werk ,Exordium magnum.'“
Initiale aus dem Exordium,
Hessische Landesbibliothek
Wiesbaden Hs. 381, fol. 6v

Es folgt ein wörtliches Zitat von der Homepage des Historikerverbands:
Überblickt man die bisherigen Bemühungen der Wissenschaft um das „Exordium magnum“ des Konrad von Eberbach, so lässt sich zum einen das Bestreben v.a. Bruno Grießers (1961) nennen, eine textkritische Ausgabe zu erstellen, zum anderen die Quelle durch kommentierte Übersetzungen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen (Französisch: Piébourg 1998; Deutsch: Piesik 2000/2002; Englisch: Ward / Savage 2012). Daneben existieren zumeist kürzere Abhandlungen zu einzelnen Aspekten, allgemeine Einführungen, die den Übersetzungen vorangestellt sind (McGuire; Savage), sowie eine im Jahr 2000 erschienene amerikanische Dissertation von Paul Savage mit dem Titel „History, Exempla, and Caritas in the Exordium magnum“, welche die deutsche Zisterzienserforschung bislang nicht hinreichend berücksichtigt hat. Im Rahmen des geplanten Dissertationsvorhabens sollen nach einer Darstellung des Forschungsstandes die textkritischen Untersuchungen Grießers eine Erweiterung in der Hinsicht erfahren, dass eine Kollationierung und Einordnung des Codex Eberbacensis erfolgt, was dem Editor aufgrund des Fehlens der Handschrift nicht möglich war. Hierbei gilt es übergreifend der von der Forschung in Teilen genannten, jedoch nicht ausreichend belegten These nachzugehen, dass es sich bei dem Codex Eberbacensis um das Arbeitsexemplar des Verfassers Konrad von Eberbach handelt. Was den Verfasser selbst betrifft, so werden in den Einführungen zu der Quelle zwar dessen Eintritt in Cluny sowie Wechsel nach Eberbach dargestellt und seine für die Abfassung des Werkes verwendeten Vorlagen nachgewiesen, es wurde bislang jedoch noch nicht aufgezeigt, wie genau Konrad von Eberbach kompiliert. Auch wurden noch nicht hinreichend Konrads Bildung, Sprache, Stil sowie Causae scribendi untersucht. Vereinfacht ausgedrückt geht es also darum zu untersuchen, wo Konrad von Eberbach „greifbar“ ist, da über diesen Eberbacher Abt bislang kaum etwas bekannt ist. Konrad von Eberbach und dessen Leser-/ Hörerschaft gehörten einer Generation an, die ihrer charismatischen Leitfigur Bernhard von Clairvaux entbehren musste und deutlich auf das Wachstum bzw. die Entwicklung des Ordens schauen konnte und angesichts zeitgenössischer Entwicklungen wie dem Aufkommen neuer Orden (Konrad von Eberbach stirbt 1221) musste. Damit stellt sich die Frage nach zisterziensischem Selbstverständnis und Traditionsbildung. Hierauf geht die von Paul Savage verfasste Dissertation in Teilen ein, jedoch können dessen Beobachtungen eine Erweiterung u.a. in der Hinsicht erfahren, dass die Darstellung des „Exordium magnum“ mit derjenigen des „Dialogus miraculorum“ verglichen und damit untersucht wird, in welcher Weise generationelle Besonderheiten thematisiert und reflektiert werden.
Die Arbeit wurde von Stefan Tebruck und Werner Rösener betreut und zum Jahreswechsel 2014/2015 an der Justus-Liebig-Universität Gießen eingereicht

Mittwoch, 24. Dezember 2014

New genre - Children's Cinema

Jim Morlino founded navis pictures in order to make Catholic films in a new genre - Children's Cinema. The results, for instance in the film The War of the Vendeeare fascinating; they have a pageant play feel.
Filmstill from "The War of the Vendee"
"With the purpose to glorify God," claims Morlino, "we can make movies that are truly greater than the sum of their parts. None of these kids are professional actors, and most of them have never even had any formal acting instruction."
A "real" pageant play in the 1950s
Once you adjust to it, you notice that the children are able to convey aspects of adult experience in a special way. The purity of their hearts helps them to convey adult experience in a simpler way that is at the same time very substantial.
That's nothing new to Morlino. He thinks that "the idea of navis pictures will appeal to just about anyone who appreciates truth, beauty, innocence and joy." He sees spiritual, educational and entertainment value in films no one talks about anymore, but which no one has forgotten: The Sound of Music, It's a Wonderful Life, The Lord of the Rings, or Mary Poppins. Like many Catholics interested in redeeming their family time and getting out of the downward spiral of prime-time TV, they gave up cable years ago.
"Dieu le Roi" badge

Morlino doesn't want to compare "our little films" to Hollywood classics, but with The War of the Vendee he aspires to a new form of "distinctly Catholic art" that is by no means limited to children's audiences. While it is true that children will love the pictures, adults will discover an intriguing new way of looking at films. It's hard to explain, but it is tangible and refreshing. We wish Morlino success with many further films. He even encourages others to make films, in the sense of "creative minorites" who have a great chance to flourish in the internet age; that's why Morlino includes a link on his homepage on How To Make A Movie.

Dienstag, 9. Dezember 2014

Josef Meinrad als Cistercienser im Film "Siegel Gottes" (1949)

In seinem siebenten Film – Das Siegel Gottes (1949) – spielte Josef Meinrad einen Cistercienserpriester, der das Beichtgeheimnis nicht preisgibt. Mindestens zwei Szenen wurden auf dem Areal des Stiftes Heiligenkreuz gedreht, und zwar am barocken Kreuzweg (vor der letzten Station) und im mittelalterlichen Kreuzgang. Bei den Dreharbeiten waren mehrere Mitbrüder aus dem Heiligenkreuzer Konvent anwesend, sie erscheinen aber nicht im Film.

Die Darstellung eines österreichischen Cisterciensers der Gegenwart ist optisch gelungen; der Habit ist mit seinem charakteristischen Kragen und der fehlenden Kapuze realitätsnahe geschneidert.

Meinrad spielte Priesterrollen oft und gerne, war er doch selber in einem Knabenseminar der Redemptoristen in Niederösterreich erzogen worden. Als geistlicher Lehrer in der Trapp-Familie (1956) wurde er wieder im Kontext der österreichischen Selbstpräsentation nach Außen bekannt, dieses Mal auf ein US-amerikanisches Publikum zielend. 1957 spielte er den Kapuzinerprediger in Wallensteins Lager am Wiener Burgtheater. Diese und andere Rollen machten ihn für eine Generation von Österreichern zum Idealbild des katholischen Priesters in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

"Im identitätsverunsicherten Österreich der Nachkriegsjahre nahm Josef Meinrad eine 'Rolle' ein, die ihn zur Identifikationsfigur und zum Repräsentanten eines sich neu etablierenden Österreichbewusstseins erhob."1



1 Agnes Kapias, "Theaterspielen: Das ist für mich wie Beten –!" Josef Meinrads Darstellung geistlicher Würdenträger, in: Josef Meinrad – der ideale Österreicher, hg. von Julia Danielczyk (Wien 2013) 164-185, hier 164.