Sonntag, 25. Januar 2015

Pope honors Cistercian Martyrs in Spanish Civil War

Pope Francis announced on January 22, 2015 that when the Servants of God Pio Heredia Zubia and seventeen companions were murdered in Spain in 1936, they died as martyrs. That is, their blood was shed as a result of "hatred of the faith" in the course of the Spanish Civil War. They are only a few of the total of 6,832 clerical victims known to have been killed from 1936 to 1939. 13 bishops, 4,172 diocesan priests and seminarians, 2,364 monks and friars and 283 nuns were murdered, in some cases as they were celebrating Mass or, in the case of the nuns, after being raped.
The Trappist monks recognized by the Holy Father were from Viaceli Abbey (Cantabria) and the nuns from the Abbey Santa Maria de Gratia Dei (Valencia). The women's convent lost two abbesses to the bloodshed: Abbess Michaela Maldovi and Abess Navidad Medes were shot. Some of the monks from Viaceli Abbey were remarkably young, several of them were in their early 20s.
In all, three groups of Trappists wer martyred during the 20th Century: 19 during the Spanish Civil War, 35 in China in 1947, and 7 in Algeria.
The Spanish martyrs are an example of certain "blind spots" that become evident when using the web for monastic resources: only very few sites have substantial information about them. The best one is here (in Spanish).

Mittwoch, 14. Januar 2015

Neue Dissertation aus Gießen zum Exordium Magnum

historikerverband.de meldet Folgendes über Holger Sturms soeben eingereichte Dissertation: „Ursprünge und Entwicklung des Zisterzienserordens aus der Sicht des Konrad von Eberbach in seinem Werk ,Exordium magnum.'“
Initiale aus dem Exordium,
Hessische Landesbibliothek
Wiesbaden Hs. 381, fol. 6v

Es folgt ein wörtliches Zitat von der Homepage des Historikerverbands:
Überblickt man die bisherigen Bemühungen der Wissenschaft um das „Exordium magnum“ des Konrad von Eberbach, so lässt sich zum einen das Bestreben v.a. Bruno Grießers (1961) nennen, eine textkritische Ausgabe zu erstellen, zum anderen die Quelle durch kommentierte Übersetzungen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen (Französisch: Piébourg 1998; Deutsch: Piesik 2000/2002; Englisch: Ward / Savage 2012). Daneben existieren zumeist kürzere Abhandlungen zu einzelnen Aspekten, allgemeine Einführungen, die den Übersetzungen vorangestellt sind (McGuire; Savage), sowie eine im Jahr 2000 erschienene amerikanische Dissertation von Paul Savage mit dem Titel „History, Exempla, and Caritas in the Exordium magnum“, welche die deutsche Zisterzienserforschung bislang nicht hinreichend berücksichtigt hat. Im Rahmen des geplanten Dissertationsvorhabens sollen nach einer Darstellung des Forschungsstandes die textkritischen Untersuchungen Grießers eine Erweiterung in der Hinsicht erfahren, dass eine Kollationierung und Einordnung des Codex Eberbacensis erfolgt, was dem Editor aufgrund des Fehlens der Handschrift nicht möglich war. Hierbei gilt es übergreifend der von der Forschung in Teilen genannten, jedoch nicht ausreichend belegten These nachzugehen, dass es sich bei dem Codex Eberbacensis um das Arbeitsexemplar des Verfassers Konrad von Eberbach handelt. Was den Verfasser selbst betrifft, so werden in den Einführungen zu der Quelle zwar dessen Eintritt in Cluny sowie Wechsel nach Eberbach dargestellt und seine für die Abfassung des Werkes verwendeten Vorlagen nachgewiesen, es wurde bislang jedoch noch nicht aufgezeigt, wie genau Konrad von Eberbach kompiliert. Auch wurden noch nicht hinreichend Konrads Bildung, Sprache, Stil sowie Causae scribendi untersucht. Vereinfacht ausgedrückt geht es also darum zu untersuchen, wo Konrad von Eberbach „greifbar“ ist, da über diesen Eberbacher Abt bislang kaum etwas bekannt ist. Konrad von Eberbach und dessen Leser-/ Hörerschaft gehörten einer Generation an, die ihrer charismatischen Leitfigur Bernhard von Clairvaux entbehren musste und deutlich auf das Wachstum bzw. die Entwicklung des Ordens schauen konnte und angesichts zeitgenössischer Entwicklungen wie dem Aufkommen neuer Orden (Konrad von Eberbach stirbt 1221) musste. Damit stellt sich die Frage nach zisterziensischem Selbstverständnis und Traditionsbildung. Hierauf geht die von Paul Savage verfasste Dissertation in Teilen ein, jedoch können dessen Beobachtungen eine Erweiterung u.a. in der Hinsicht erfahren, dass die Darstellung des „Exordium magnum“ mit derjenigen des „Dialogus miraculorum“ verglichen und damit untersucht wird, in welcher Weise generationelle Besonderheiten thematisiert und reflektiert werden.
Die Arbeit wurde von Stefan Tebruck und Werner Rösener betreut und zum Jahreswechsel 2014/2015 an der Justus-Liebig-Universität Gießen eingereicht

Mittwoch, 24. Dezember 2014

New genre - Children's Cinema

Jim Morlino founded navis pictures in order to make Catholic films in a new genre - Children's Cinema. The results, for instance in the film The War of the Vendeeare fascinating; they have a pageant play feel.
Filmstill from "The War of the Vendee"
"With the purpose to glorify God," claims Morlino, "we can make movies that are truly greater than the sum of their parts. None of these kids are professional actors, and most of them have never even had any formal acting instruction."
A "real" pageant play in the 1950s
Once you adjust to it, you notice that the children are able to convey aspects of adult experience in a special way. The purity of their hearts helps them to convey adult experience in a simpler way that is at the same time very substantial.
That's nothing new to Morlino. He thinks that "the idea of navis pictures will appeal to just about anyone who appreciates truth, beauty, innocence and joy." He sees spiritual, educational and entertainment value in films no one talks about anymore, but which no one has forgotten: The Sound of Music, It's a Wonderful Life, The Lord of the Rings, or Mary Poppins. Like many Catholics interested in redeeming their family time and getting out of the downward spiral of prime-time TV, they gave up cable years ago.
"Dieu le Roi" badge

Morlino doesn't want to compare "our little films" to Hollywood classics, but with The War of the Vendee he aspires to a new form of "distinctly Catholic art" that is by no means limited to children's audiences. While it is true that children will love the pictures, adults will discover an intriguing new way of looking at films. It's hard to explain, but it is tangible and refreshing. We wish Morlino success with many further films. He even encourages others to make films, in the sense of "creative minorites" who have a great chance to flourish in the internet age; that's why Morlino includes a link on his homepage on How To Make A Movie.

Dienstag, 9. Dezember 2014

Josef Meinrad als Cistercienser im Film "Siegel Gottes" (1949)

In seinem siebenten Film – Das Siegel Gottes (1949) – spielte Josef Meinrad einen Cistercienserpriester, der das Beichtgeheimnis nicht preisgibt. Mindestens zwei Szenen wurden auf dem Areal des Stiftes Heiligenkreuz gedreht, und zwar am barocken Kreuzweg (vor der letzten Station) und im mittelalterlichen Kreuzgang. Bei den Dreharbeiten waren mehrere Mitbrüder aus dem Heiligenkreuzer Konvent anwesend, sie erscheinen aber nicht im Film.

Die Darstellung eines österreichischen Cisterciensers der Gegenwart ist optisch gelungen; der Habit ist mit seinem charakteristischen Kragen und der fehlenden Kapuze realitätsnahe geschneidert.

Meinrad spielte Priesterrollen oft und gerne, war er doch selber in einem Knabenseminar der Redemptoristen in Niederösterreich erzogen worden. Als geistlicher Lehrer in der Trapp-Familie (1956) wurde er wieder im Kontext der österreichischen Selbstpräsentation nach Außen bekannt, dieses Mal auf ein US-amerikanisches Publikum zielend. 1957 spielte er den Kapuzinerprediger in Wallensteins Lager am Wiener Burgtheater. Diese und andere Rollen machten ihn für eine Generation von Österreichern zum Idealbild des katholischen Priesters in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

"Im identitätsverunsicherten Österreich der Nachkriegsjahre nahm Josef Meinrad eine 'Rolle' ein, die ihn zur Identifikationsfigur und zum Repräsentanten eines sich neu etablierenden Österreichbewusstseins erhob."1



1 Agnes Kapias, "Theaterspielen: Das ist für mich wie Beten –!" Josef Meinrads Darstellung geistlicher Würdenträger, in: Josef Meinrad – der ideale Österreicher, hg. von Julia Danielczyk (Wien 2013) 164-185, hier 164.

Montag, 8. Dezember 2014

Österreichische Mediathek stellt Interview (1973) mit Abt Rauscher von Schlierbach online

Am 23. Nov. 1973 führte der Schauspieler und Journalist Erich Schenk ein Interview mit Abt Dr. Othmar Rauscher (1919-1995) von Schlierbach. Das Gespräch war eines von über 1300 Einzelinterviews mit bekannten Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Kirche, die Schenk von 1972 bis 1995 im Auftrag der Österreichischen Phonothek führte. Die Österreichische Mediathek hat nun eine große Anzahl davon aufgearbeitet, digitalisiert und langzeitgesichert. Viele – wie das mit Abt Othmar – sind online in voller Länge hörbar.

In der Reihe von rechtlich freigeschaltenen Interviews sind auch Schenks Gespräche mit dem Begründer und Präsidenten der Paneuropa-Bewegung Richard Coudenhove-Kalergi, der Diva Zarah Leander, dem Erzbischof von Wien Kardinal König und dem Dichter, Theaterautor und Domkapitular Prälat Josef Wagner zu hören.

Das Gespräch mit Othmar Rauscher streift die Geschichte und Tätigkeit des Stiftes Schlierbach, die Missionsarbeit (allgemein und im Detail auf Schlierbachs Initiativen bezogen), die einflussreiche Persönlichkeit von Abt Dr. Alois Wiesinger und ist schließlich eine kurze biographische Skizze des Othmar Rauscher selbst. Er, aus einer niederösterreichischen Bauernfamilie stammend, wurde 1931 ins Schlierbacher Stiftsgymnasium aufgenommen, maturierte 1938 und trat darauf hin ins Noviziat ein. Nach dem Militärdienst im Zweiten Weltkrieg, in dem er seinen rechten Arm verlor, legte er 1945 die Feierliche Profess ab, wurde 1946 zum Priester geweiht, 1948 zum  Dr. theol. promoviert und 1949 Kaplan für wenige Monate, bevor er schließlich als Präfekt ins Schlierbacher Gymnasium zurückkehrte, wo er bis 1960 wirkte.

Im Interview werden Rauschers Reisen nach Lateinamerika (1955) und Afrika (1960) erwähnt. Beginnend mit dem Jahr 1961 verbrachte er 10 Jahre im Dienst des Päpstlichen Missionswerks in Bayern. Von 1971 bis 1983 war er Abt von Schlierbach.

Samstag, 22. November 2014

Generalabt Maurus Esteva Alsina (†), Dokumentation

Die traurige und überraschende Nachricht vom Scheiden unseres emeritierten Generalabtes Maurus Esteva Alsina ist ein Anlass, auf die 2012 erschienene Sammlung seiner Interventionen (= Ansprachen und Wortmeldungen bei Generalkapiteln bzw. Synoden) hinzuweisen. Das beachtliche Werk ist zugleich eine Art Zusammenschau der monastischen Theologie von 1960 bis 2010. 
Die folgende Rezension erschien in den Analecta Cisterciensia 63 (2013) auf den Seiten 581-582.

Alkuin Volker Schachenmayr
Eugenia Pablo Esteban (Hg.), Intervenciones del Abad Maur Esteva en los Capitulos Generales y Sínodos de la Orden Cisterciense (1974-2010). Contribución a la Evolución del Fondo Documental Cisterciense en la Época actual (Scriptorium Populeti 20, Abadia de Poblet 2012). 663 paginas € 25 ISBN 978-84-937776-0-9.
Dom Maurus Esteva Alsina O.Cist. wurde 1970 zum Abt von Poblet gewählt, 1995 erfolgte die Wahl zum Generalabt des Cistercienserordens. Die fünfjährige Amtszeit des Generalabtes wurde 2000 und 2005 durch Abstimmung des Generalkapitels verlängert. 2010 wurde er emeritiert. Die Edition aller Reden, Referate, Berichte und Predigten, die Esteva im Laufe seiner langen Tätigkeit als Verantwortungsträger im Cistercienserorden geschrieben hat, dient als wertvollste Präsentation der aktuellen Fragen im Laufe dieser 36 Jahre. Einerseits reflektiert die Sammlung jene Themen, die die oberste Leitungsebene des Ordens beschäftigt haben, andererseits entsteht eine Art theologisch-monastische Biographie des Abtes. Mit dem zweitgenannten Zugang identifiziert sich der emeritierte Generalabt in seiner „Nota Previa“ (1-3) und im Epilog (617-621). Das dichte, auf Lateinisch, Spanisch und Italienisch verfasste Werk ist zunächst ein Kompendium der monastischen Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils und führt den Leser in eine weitere, mit Problemen und Erfolgen gekennzeichneten Ära der Ordensgeschichte.
In ihrer Einleitung (5-22) hebt Herausgeberin Eugenia Pablo vier Themenblöcke von Esteva Alsinas Wirken hervor. Zuerst kommt – als etwas seltsam wirkende Voranstellung – die Wiederherstellung der Rechte der Kongregation der Aragonischen Krone und der Kastiliensischen Kongregation. Die Kongregation von Kastilien wurde ursprünglich 1425 die erste Kongregation des Ordens. Als nächster Themenblock gilt das Engagement des Generalabtes für die Formation und monastisch-theologische Ausbildung der Ordensjugend. Hier steht die 2001 erfolgte Errichtung des Kurses für Monastische Formation (CFM) im Vordergrund. Drittens kommt die Bemühung des Generalabtes um die 2000 erfolgte Zulassung von Äbtissinnen zum Generalkapitel samt Stimmrecht. Als letzter Themenblock nennt sie seine Tätigkeit als Vorsteher der Curia Generalis, worunter Wirtschaft, Personal und Archiv der Ordenskurie zu berücksichtigen sind.
Nach dem Vorwort erfolgte eine Klassifikation der Dokumente und eine Aufstellung der Editionsregeln (23-28) sowie ein Porträt des Generalabtes (29). Die edierten Dokumente werden in zwei Teilen präsentiert. Zuerst kommen Estevas Eingaben vom Generalkapitel (31-332), dann von den Synoden (333-615). Darauf folgen äußerst hilfreiche Personen- (623-626), Themen- (627-635) und Klosterregister (637-649).
Die einzelnen Textstücke, in der römischen Tradition Allegata genannt, werden in editionsgerechter Weise präsentiert, zuerst mit Titel, dann Archivhinweis (meist sind die Texte aus dem Archiv der Kurie des Ordens) und schlussendlich mit einem Kopfregest. Die Texte spannen einen weiten Bogen vom spirituellen Erbe des Ordens bis hin zu den Berichten des Generalabtes über einzelne Kongregationen und Klöster. Für Klöster, die ansonsten nur schwach dokumentiert sind oder in einem schwer zugänglichen Sprachraum liegen, ist somit eine Grunddokumentation gewährleistet, die sonst nie zustande gekommen wäre.
Diese Edition ist eine ungemein wertvolle Dokumentation der jüngsten Ordensgeschichte. Derartig dichte und editionstechnisch substantielle Werke sind in der Historiographie des Ordens seit der Französischen Revolution selten, wenn nicht gar unbekannt. Weitere Arbeit von dieser Qualität wäre aus der Sicht der Ordensgeschichte dringend notwendig.

Freitag, 24. Oktober 2014

Tagung zum Konverseninstitut

Im Kloster Arnsburg bei Lich findet am 13.12.2014 anlässlich des 70. Geburtstages von Werner Rösener eine Konferenz zu dem wenig erforschten Themengebiet des Konverseninstituts und seines Umfeldes im Hoch- und Spätmittelalter statt (alle Informationen zum Programm und zur Anmeldung gibt es hier). Gegliedert in drei Sektionen, soll zunächst ein Überblick über die Entwicklung und das Wesen des Konverseninstituts gegeben werden. Es folgen Abhandlungen über die Herkunft und die Tätigkeitsfelder der Laienbrüder, abschließend stehen Quellen und Methoden zur Erforschung des Themenbereichs im Fokus. Ziel der Tagung ist es, auch in Bezug auf neuere Fragestellungen einen differenzierten Blick auf diesen Aspekt des mittelalterlichen Klosterlebens zu werfen und so neue Erkenntnisse zu generieren. (jl)