Montag, 26. Dezember 2011
Schulpforta
Das Internat Schulpforta an der Saale, etwa 60 km von Leipzig entfernt, ein ehemaliges Cistercienserkloster, ist für die deutsche Geistesgeschichte ein Ausbildungsort mit kaum zu überschätzender Bedeutung, dort sind Größen wie Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Gottlieb Klopstock, Leopold von Ranke, Ulrich von Wilamowitz (und Friedrich Nietzsche!) ausgebildet worden; freilich nicht im Geist des Cistercienserordens, denn die Abtei wurde 1543 durch Eingreifen des Landesherrn zu einer protestantischen Schule umgewidmet, die Mönche mussten weg. Die Männerabtei (Kloster Pforta) wurde ursprünglich im Jahr 1127 als Benediktinerkloster gegründet und wechselte bald danach (1132) zu den Cisterciensern aus der Filiation der Primarabtei Morimond. Als eine Art Wiedergutmachung für die Enteignung der Klöster während der Reformation hat man in vielen aufgehobenen Klöstern (zB in Maulbronn) Schulen eingerichtet. Im Fall von Schulpforta (so der adaptierte Name) ging es um die Förderung besonders begabter Schüler. Die Liste der Absolventen lässt das bis heute erkennen. Allerdings ging es im 20. Jh. turbulent zu: Die Schule widmete sich der Begabtenförderung eines anderen Lagers, nämlich als NAPOLA (Nationalpolitische Erziehungsanstalt der NSDAP), und in der kommunistischen Diktatur der DDR war die Schule auch ein Ort der Indoktrination. Heute befindet sich die Schule in der Trägerschaft des Landes Sachsen-Anhalt. Der zweischiffige Kreuzgang (Bild) bleibt bis heute ein seltenes Charakteristikum!
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