Samstag, 5. Oktober 2013

Horst Mittenentzwei ist tot


Die Leidenschaft des Diaspora-Priesters galt „seinem Helfta“, dem geschichtsträchtigen Frauenkloster im ehemaligen Erzstift Magdeburg, aus dem große geistliche Schriftstellerinnen des Ordens hervorgegangen ist. Die Vorsehung Gottes wollte es, dass gerade dieses Kloster, in dem Liturgie und Herz-Jesu-Verehrung so ausgeprägt waren, in dem die Realpräsenz Christi in der Eucharistie so ausschlaggebend war, später zur Lutherstadt Eisleben dazu kam. Und darauf kam die kommunistische Ära; vom Kloster war nur ein trauriger Schatten geblieben.
Pfarrer Horst Mittenentzwei engagierte sich als glühender Herz-Jesu-Verehrer mit all seinen Kräften für die Wiederbelebung des Cistercienserinnen-Klosters St. Marien in Helfta, der Krone der deutschen Mystik. In unendlichen „Missionsreisen“ hat er für dessen Wiederaufbau in ganz Deutschland geworben.
Er kam 1932 in Halle an der Saale zur Welt, studierte im einzigen Priesterseminar der später sogenannten DDR in Erfurt und wurde 1957 zum Priester geweiht. Er wirkte in der Diaspora und lernte die Ruine Helfta gut kennen, als er 1975 Pfarrer von Hettstedt wurde. 1980 begann er mit Veranstaltungen, um einerseits die Herz-Jesu-Verehrung zu beleben und andererseits – Traum der Träume – Helfta zu einem deutschen Paray-le-Monial zu erheben. Der Plan galt unter der kommunistischen Diktatur als geradezu verrückt, wurde aber Wirklichkeit, als 1999 Cistercienserinnen wieder mit dem feierlichen Gotteslob in Helfta begannen. Die Mühe, die Arbeit, das Sammeln von Geldmitteln ging zu einem sehr großen Teil auf Mittenentzweis Initiative zurück. 2009 wurde er Familiare des Ordens. Er starb am 28. April 2013.

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