Montag, 6. April 2015

Die Liturgiereform im Cistercienserorden

In einem kürzlich erschienen Beitrag des Archivs für Liturgiewissenschaft schildert P. Alberich Altermatt O.Cist. (Hauterive) die Umsetzung der Liturgiereform in beiden Cistercienserorden nach dem Zweiten Vatikanum. Ausgangspunkt für Altermatts gründliche Schilderung des letzten halben Jahrhunderts der Cistercienserliturgie ist das Rituale Cisterciense von 1998. Wie bei den meisten seiner Publikationen ist dieser Beitrag von Altermatt deswegen so wertvoll, weil er in diszipliniertester Weise alle relevanten Publikationen und Persönlichkeit aus dem Orden identifiziert und verzeichnet. So ist der 21-seitige Beitrag nicht nur die Schilderung der Genese und Rezeption des "bedeutendsten Werkes der vom Zweiten Vatikanum angeregten liturgischen Erneuerung im zisterziensischen Mönchtum und zugleich die schönste Frucht der liturgischen Zusammenarbeit der beiden autonomen Zisterzienserorden (OCist/OCSO)" sondern auch ein Beitrag zur Liturgiegeschichte seit dem Konzil. Alle Theologen, die an diesem Prozess beteiligt waren (Chrysogonus Waddell, Bernhard Kaul, Placide Vernet, Jorge Tarruell uvm.), werden namentlich genannt und in gründlichen Anmerkungen bio-bibliographisch erschlossen. Die Entscheidungsfindung wird prozessual und inhaltlich erklärt, die Zwischenergebnisse dokumentiert. Da Altermatt als Sekretär der Liturgischen Kommission an dieser Geschichte beteiligt war, kann er aus seinem ausgesprochen guten Gedächtnis (und vermutlich einem sauber geführten Diarium?) schöpfen und eine persönliche Note einfließen lassen. Dadurch ist seine Sicht der Ereignisse sicher subjektiv geprägt, aber in keiner Weise parteiisch oder einseitig. Der Beitrag wird zukünftigen Forschern wertvollste Orientierung geben. Alberich Martin Altermatt, Das Rituale Cisterciense von 1998. Zu seiner Entstehung und Bedeutung, in: Archiv für Liturgiewissenschaft 54 (2012) 105-126.

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