Freitag, 26. Juni 2015

Professurkunden, Urbestand klösterlicher Archive

Die Benediktsregel schreibt im 58. Kapitel vor, dass der Mönch bei seiner auf Lebenszeit verbindlichen Aufnahme in die klösterliche Gemeinschaft eine Urkunde (er nennt sie petitio) auf den Altar legt und sie vor Gott und all seinen Heiligen unterschreiben soll. Danach bewahrt sie der Abt mit besonderer Sorgfalt und darf sie, auch im tragischen Fall einer gescheiterten Berufung, nie weggegeben. Der Regelvater drückt damit eine unerschütterliche Treue aus, nämlich Gottes Treue: Er, der uns berufen hat, bricht seinen Bund mit uns nie. Daher bildet in vielen Klöstern der Bestand an Professurkunden (auch Professzettel genannt), eine stolze Säule des Archivbestands. Professurkunden werden für die Ewigkeit verfasst und sollen bis zum Ende einen übernatürlichen Rechtsnachweis sichern. Manche sind würdig geschmückt, andere ganz schlicht. Im Bild: Der  besonders feierliche Professzettel (1673) von einem jungen Heiligenkreuzer Mönch, der später Abt wurde: Frater Marian Schirmer.

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