Freitag, 19. August 2016

Beichtzettel und Zulassung zur Kommunion

Wer heute noch nach der Beichte einen Zettel durch das Gitter geschoben bekommt, nimmt es dankbar als Gebetsanregung an, denkt aber nicht daran, dass er es jemals vorweisen müsste. Der Ursprung des Beichtzettels (heute meist ein frommes Bildchen mit Bibelspruch) liegt aber im sakramentenrechtlichen Denken des 18. und 19. Jahrhunderts, als man den Ausweis brauchte, um zur Osterkommunion zugelassen zu werden. Das erste Bild (oben) zeigt einen Vordruck von Osterbeicht-Zeugnissen aus der Heiligenkreuzer Stiftpfarre.
Dann kommt ein ähnlich nüchternes Zeugnis aus der Jahrhundertwende. Das letzte Bild ist aus der Zeit, als der Beichtzettel schon vom Aussterben bedroht war: ein Exemplar aus den 1960er Jahren. Es möchte Katechese (der Sünder meditiert darüber, wie seine Sünden Jesus ans Kreuz geschlagen haben) mit der Ausweisfunktion (siehe Jahreszahl 1961 als Datierung) verbinden.

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